Paris
Musée du Quai Branly
Besonders eindrucksvoll ist die Fassade des Verwaltungsgebäude des "Musée du Quai Brainly". Zum vielbefahrenen Quai Branly werden Museum und Garten durch eine riesige Glaswand abgeschirmt, an die sich die Pflanzenwand des Verwaltungsgebäudes anschließt. Die außergewöhnliche Fassade grenzt harmonisch an die anliegenden Häuser der Haussmann-Ära.
Eine
Fassadenbegrünung ganz anderer Art entwirft der französische Botaniker
und Gartenkünstler Patrick Blanc. Der durch seine Pflanzenwände "murs
végétaux", bekannt gewordene Forscher, lässt auf seinen senkrecht
angeordneten Beeten tropische Pflanzen wachsen. Und mit der richtige
Auswahl der Fauna sind ihm keine örtlichen Grenzen gesetzt. Sogar die
Begrünung von Innenwänden ist möglich.
Die Idee hat der Forscher den Tropenwäldern entnommen, wo im feuchten
Unterholz viele Pflanzen mit wenig Erde und unter extremen Bedingungen
wachsen müssen. Ihre Wurzeln sind nicht tief verankert und nehmen das
über die Oberfläche rinnende Regenwasser auf. Solche
Wachstumsbedingungen findet man in gemäßigten wie in tropischen
Gefilden, meist in dichten Wäldern und Gebirgsgegenden vor.
Patrick Blanc entwickelte ein System der vertikalen Bepflanzung, bei der
die Pflanzen ohne jeglichen Boden auskommen.
Alle Mineralstoffe werden vom Wasser transportiert und beides wird über
die Wurzeln aufgenommen. Die übrigen für die Pflanzen lebenswichtigen
Nährstoffe bilden sich in den Blättern durch Photosynthese.
Bei
der patentierten und ausgeklügelten Konstruktion werden
Kunststoffplatten, die mit zwei Schichten Acrylfilz bezogen sind, auf
Metallrahmen montiert, die dafür sorgen, dass Gebäude- und Pflanzwand
durch ein Luftpolster getrennt sind. In die oberste Faserschicht des
Filzes schlitzt Blanc Taschen und setzt die Pflanzen ohne Erde hinein.
Da diese eine hohe Wasseraufnahme- und Wasserspeicherkapazität besitzt,
können sich dann die Pflanzenwurzeln entwickeln.
Ein System perforierter Röhren, das über der Pflanzenwand montiert ist,
hält diese feucht und versorgt sie mit einer Nährstofflösung. Die
Gebäudewand selbst bleibt von Feuchtigkeit und Wurzelwerk völlig
unberührt.
Ebenso wichtig ist die richtige Pflanzenauswahl. So bevorzugt er für
Innenwände gerne Exotisches, im Gegensatz zu Außenwänden an denen die
Pflanzen wie Weiden, Tamarisken oder Farne, Kälte vertragen können.
Schling- und Kletterpflanzen sind tabu, denn sie decken alles zu.